Hallo alle zusammen,
heute stellen wir euch den Debütroman der Autorin Charlotte Schäfer vor, von dem wir auch im gleichen Atemzug ein Exemplar verlosen.
Wer daran teilnehmen möchte, schreibt bis zum 29.04.2009 eine E-mail an ladyslit@web.de, im Betrefffeld den Titel des Romans. Und vergesst nicht eure Adresse anzugeben. Unser Team drückt allen gaaanz fest die Daumen.
"Cedars Hollow", Charlotte Schäfer, erschienen März 2009 im Sieben-Verlag.
Klappentext
Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter, findet sich Hazel in einer Welt aus Schweigen und Mitleid wieder. Einziger Lichtblick in einem immer schwerer zu ertragenden Alltag ist ihre Freundschaft zu dem charismatischen Dave, den sie am Tag der Beerdigung ihrer Mutter zum ersten Mal trifft. Bald entdeckt Hazel jedoch, dass sich mehr hinter Dave verbirgt, und dass das Leben im beschaulichen britischen Städtchen Cedars Hollow gefährlicher ist, als sie es je erahnen konnte. Und was hat es mit dem Jungen auf sich, der Hazel auf Schritt und Tritt verfolgt? Die beiden jungen Männer sind so gegensätzlich wie Blut und Wasser, und doch haben sie etwas gemeinsam. Ein Hauch unheimlicher Faszination umgibt sie, der Hazel magisch anzieht. Als die Ereignisse bedrohlich werden, weiß Hazel nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Sagen Vampire überhaupt jemals die Wahrheit?
Autorenvita von Charlotte:
Charlotte Schaefer wurde 1988 in Engen im Hegau geboren. Bereits als Kind hat sie sich gerne Geschichten ausgedacht und sie aufgeschrieben. Zu verdanken hat sie diese Eigenschaft ihren Eltern, die sie mit ihrer Liebe zur Literatur ansteckten, und den vielen Büchern, die bei ihnen zu Hause in den Regalen standen.
Heute lebt sie in Freiburg und studiert Germanistik und Sinologie. Neben dem Schreiben und Lesen liebt sie Musik, Malerei, die asiatische Küche, Kinobesuche, Tiere und ihre Schwestern, Eltern und Freunde. ‚Cedars Hollow’ ist ihr erster Roman.
Rezension:
Die 18jährige Schülerin Hazel Willems lebt mit ihren Eltern in einem kleinen englischen Kaff namens Cedars Hollow. Eines Tages wird dort ihre Mutter brutal ermordet. Über den genauen Tathergang herrscht absolute Unklarheit, die Leiche weist ungewöhnliche Bisswunden auf.
In Albträumen verfolgen Hazel die qualvollen Todesschreie der Mutter, bis plötzlich weitere Figuren in Form zweier männlicher Gegenspieler und eines aggressiven Raben sowohl visionär, als auch in der Realität auftauchen. Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte nimmt hier ihren Anfang.
Das blutige Geheimnis um Dave, Corvus und Co wird in teils grausamen Kämpfen zusehends gelüftet und trägt so die Geschichte bis an ihr Ende.
Das im Dark Mystery- Genre angesiedelte Debütwerk der Autorin Charlotte Schäfer greift ein Thema auf, das generell jeden Menschen in seinem Leben beschäftigt - der Tod der eigenen Mutter.
Repräsentiert wird diese Identifikationsebene durch die Hauptprotagonistin und Tochter Hazel. Das noch junge Mädchen plagen nach dem schrecklichen Mord glaubhaft Horrorfantasien des gewaltsamen Sterbevorganges, die packend geschildert sind.
Unschwer kann der Leser die Entwicklung gedanklicher Zwänge nachempfinden, die sich an das traumatische Erlebnis anschließen.
Mysteriös gestaltet sich auch das Auftauchen der beiden jungenhaften männlichen Wesen, die den weiteren Handlungspfad eröffnen und begleiten. Um jedoch ihren Stellenwert als Spannungsträger in einem Wettkampf zwischen Gut und Böse behaupten zu können, sollte der Leser tiefer in die Psyche der beiden Protagonisten eintauchen dürfen. Ihre gegenseitige Verfolgung spielt sich eher an der kämpferischen Oberfläche ab, was an der Kürze des Buches liegen kann. Mehr Seiten wären wünschenswert, in denen das Erzähltempo gedrosselt und auf Details der psychisch-emotionalen, sowie der mystisch-beschreibenden Ebene näher eingegangen werden kann.
Die grundlegende Idee zur Story ist komplex angelegt und wird zügig und leseleicht transportiert, so dass man gern darüber hinwegsieht, wenn die Vampire etwas häufig „ein trockenes Schnauben von sich geben.“
Von kleineren Schwächen abgesehen, präsentiert sich das literarische Gesamtergebnis als ein grundsätzlich gelungenes Erstlingswerk von Charlotte Schäfer. Eine Autorin, die auf interessante Folgewerke hoffen lässt. Cedars Hollow erhält eine Leseempfehlung mit 4 Sternen.
Die Rezension wurde von lettery (Birgit) geschrieben.
Interview mit Charlotte Schäfer
1)Liebe Charlotte,
wie bist du zum Schreiben gekommen?
Danke für die Einladung zum Interview.
Ich habe schon als Kind gerne Geschichten erzählt bekommen und irgendwann auch angefangen, mir eigene auszudenken. Mit ungefähr acht Jahren habe ich dann begonnen, die Ideen, die ich hatte, aufzuschreiben. Ich hatte aber nie fest vor, später mal ein ganzes Buch zu schreiben und habe das Schreiben immer eher als Hobby angesehen. Alles geändert hat schließlich eine Idee, die mich nicht mehr losgelassen hat und die ich unbedingt weiterverfolgen wollte – zum ersten Mal schaffte ich es, eine Geschichte zu vollenden, etwas, das für mich nicht immer einfach war. Seitdem ist das Schreiben mir sehr, sehr wichtig – ich kann mir ganz einfach nicht vorstellen, es nicht zu tun.
2)Weshalb gerade ein Vampirroman? Was hat dich zu diesem Roman inspiriert?
Vampire haben mich schon immer fasziniert, warum, kann ich nicht genau beantworten. Wahrscheinlich ist die Vorstellung eines Wesens, das einerseits unsterblich und fast unbesiegbar, auf der anderen Seite aber sehr sensibel ist, das, was die Menschen so fasziniert. Vampire sind – so widersprüchlich es klingt – eigentlich sehr menschlich. Ich habe immer gerne Vampirromane gelesen, und die Idee, meine eigenen Vampire zu erschaffen, hat mich sofort begeistert. Ich begann zu recherchieren, während die Idee langsam Gestalt annahm. Corvus war beinahe von Anfang an in meiner Vorstellung präsent und hat sich seitdem kaum mehr verändert. Die anderen entwickelten sich etwas langsamer, ich musste mich erst an ihre Charaktereigenschaften herantasten, was nicht immer einfach war, aber auch viel Spaß gemacht hat. Meine Vampire ähneln in mancher Hinsicht der klassischen Vorstellung, die man von ihnen hat, haben aber auch ihre Eigenheiten. So sind sie zum Beispiel nicht unverletzlich und haben die Fähigkeit, die Gestalt eines Tieres anzunehmen, dem sie ähneln.
3)Wird es einen Nachfolgeband geben? Wenn ja, kannst du uns schon etwas darüber verraten oder ist es streng geheim?
Ich habe die Geschichte um Hazel und Corvus eigentlich als abgeschlossen betrachtet. Es könnte aber sein, dass ich früher oder später eine Fortsetzung schreiben werde, wenn der Verlag mich darum bittet oder ich selber Lust habe, noch einmal nach Cedars Hollow zurückzukehren. Im Moment kann ich mich nicht festlegen, aber ich denke, dass eine Fortsetzung auf jeden Fall eine Möglichkeit wäre.
4)Was macht Charlotte Schaefer, wenn sie nicht schreibt? Welche Hobbys hast du?
Neben dem Schreiben gehört meine Freizeit meiner Familie und Freunden. Außerdem sehe ich mir leidenschaftlich gerne Filme an, höre viel Musik, spiele Geige, lese und zeichne. Und manchmal koche ich auch ganz gerne oder faulenze einfach.
5)In welchen Genres würdest du gerne noch schreiben?
Ich probiere gerne alle möglichen Genres aus und kann mich schlecht festlegen. Das Manuskript, an dem ich zur Zeit schreibe, gehört wieder in die Sparte Fantasy, aber parallel dazu arbeite ich auch noch an einer anderen Idee, einem Jugendroman ohne phantastische Elemente. Ich möchte so viel wie möglich ausprobieren, weil ich glaube, dass man beim Schreiben immer wieder Neues entdecken kann und das Schreibgefühl, je nachdem, an was man gerade arbeitet, ein völlig anderes sein kann. Das finde ich auch das Faszinierende am Schreiben: Man wird immer wieder überrascht.
Vielen Dank an Charlotte Schäfer für das sympathische Interview und das signierte Verlosungsexemplar.
Wir wünschen der Autorin viel Erfolg in ihrem weiteren literarischen Wirken!
Unser Dank gilt auch unserem Partnerverlag, dem Sieben-Verlag, der uns ein Rezensionsexempar zur Verfügung gestellt hat.
Seid ihr alle neugierig auf den Roman geworden? Dann macht mit bei der Verlosung!
Viele Grüße
Andromache
andromache - 26. Apr, 15:49
Hallo alle zusammen, der eine oder andere von euch erinnert sich vielleicht noch an den Lesungstermin von Ursula Wolter?
Hier erfahrt ihr endlich mehr über ihren Roman "Wohin die Wolken ziehen" und natürlich auch über die Autorin, die unsere Rezensentin Lettery für euch interviewt hat.
„Wohin die Wolken ziehen“, Ursula Wolter, Droemer-Knaur
Rezension
In einer berührenden Geschichte erzählt die Autorin von der seelischen Annäherung zweier Menschen in völlig unterschiedlichen Lebenskontexten.
Als die junge Sprechstundengehilfin Anna während einer beruflich organisierten Feier mit dem siebzigjährigen krebskranken Konrad Bremer ins Gespräch kommt, scheint bereits eine geistige Verbindung hergestellt zu sein. Ohne groß zu fragen, handelt Konrad intuitiv richtig und hält seine Hand schützend über das Mädchen. Annas Umgang mit Konrad ist ebenfalls von emphatischer Anteilnahme gekennzeichnet. In einer stetig wachsenden Freundschaft begleiten die beiden einander durch fröhliche Stunden und Zeiten der Verzweiflung, wobei jeder im positiven Sinn vom anderen lernt und profitiert.
Ursula Wolter ist in diesem Buch etwas ganz Besonderes gelungen.
Die rein platonische Liebe zwischen jungem Ding und altem Mann erhält in diesem Roman eine neue Dimension. Ganz ohne Pathos und Klischee kommt die Schilderung aus, die den Leser einen sehr realistischen Lebensweg miterleben lässt, wobei es auf keiner Seite an Spannung fehlt. Diese Spannung wird ganz natürlich getragen durch die Wahl der Endlichkeitsthematik, die jedoch zur Sinnfindung gerät. Durch ihren angenehm schnörkellosen Erzählstil, der unaufdringliche Spuren weiser Werthaltung hinterlässt, wird es für den Leser immer vorstellbarer, welche Kräfte durch Krisen mobilisiert werden können und wo das eigentliche Glück des Lebens verborgen liegen kann.
Eine absolute Leseempfehlung mit 5 Sternen!
Lettery
Interview
Liebe Ursula Wolter,
mit großem Interesse habe ich Ihren Roman gelesen, der den sehr offen gehaltenen Titel „Wohin die Wolken ziehen“ trägt. Ich hatte keine Ahnung, welche Geschichte mich darin erwarten würde. Umso berührter war ich durch die Lektüre, umso stetiger wuchs meine Neugierde, etwas über die Autorin zu erfahren.
• Mit diesem Buch haben Sie bereits ihr drittes Belletristik-Werk veröffentlicht. Es handelt von der wachsenden Freundschaft zu einem unheilbar kranken Menschen. Gibt es diesbezüglich autobiografische Grundlagen in ihrem Leben?
Nein – jedenfalls nichts, was ich 1:1 aus meinem Leben in den Roman übertragen hätte. Meine beiden Hauptpersonen und ihre Geschichte sind ausgedacht. Allerdings spielt mein eigener Lebenshintergrund ganz bestimmt eine Rolle; anders geht es ja gar nicht. Ich glaube, man kann nicht authentisch über etwas schreiben, was man nicht zumindest ansatzweise selbst erlebt, erdacht oder erfühlt hat.
• Auf Ihrer Website kann man Eckdaten Ihrer Vita nachlesen. Hat ihre Ausbildung zur Sterbebegleiterin den Wunsch in ihnen geweckt, darüber Wissen, beziehungsweise Wünsche in die Welt zu tragen? Vielleicht in Form dieses Romans?
Es war genau umgekehrt: Ich habe erst den Roman geschrieben – und dann bin ich über eine Anzeige im Deutschen Ärzteblatt für die Weiterbildung zur Palliativmedizin gestolpert. Da dachte ich: Genau das will ich machen. Später war ich ganz stolz, dass ich das Manuskript nicht umschreiben musste …
• Vor ihrer Autorentätigkeit sind/waren Sie Ärztin, Stillberaterin und Sterbebegleiterin zugleich.
Nein, gleichzeitig war das alles nicht, und die Zusatzbezeichnung „Palliativmedizin“ habe ich ja sowieso erst später gemacht.
Bevor ich angefangen habe zu schreiben, war ich als Assistenzärztin in der Inneren Medizin und in der Chirurgie tätig. Dann kamen die Kinder – und meine Ausbildung und Tätigkeit als Stillberaterin. Später habe ich wieder angefangen, als Ärztin zu arbeiten – erst in einer allgemeinmedizinischen Praxis, dann in einem psychiatrischen Krankenhaus. Danach konnte ich die Facharztprüfung für Allgemeinmedizin machen. In der Zeit, in der ich dafür gelernt habe – im Frühjahr 2005 – habe ich angefangen, mein erstes Buch zu schreiben. Nach bestandener Prüfung habe ich vertretungsweise in einer allgemein¬medizinischen Praxis gearbeitet. In der Palliativmedizin war ich nach der Ausbildung gar nicht mehr tätig – da hatten sich die Weichen schon Richtung Schreiben gestellt. Ich hatte zunächst gedacht, dass vielleicht beides ginge – aber das ist unmöglich: Ich kann nicht in zwei Bereichen arbeiten, bei denen man mit ganzem Herzen und vollem Einsatz dabeisein muss. Und Familie habe ich ja auch noch. So habe ich mich fürs Schreiben entschieden und gegen eine ärztliche Tätigkeit.
Mit der Stillberatung betreuten sie kleine Menschen ins Leben hinein, als Ärztin sorgten Sie für die Gesunderhaltung und in der Sterbebegleitung sind Sie Partner auf dem Weg aus dem irdischen Leben. Was ist Ihre treibende Kraft, sich derart umfänglich für Menschen in Situationen mit Signalcharakter einzusetzen?
Mir ist bis jetzt gar nicht bewusst gewesen, dass ich das überhaupt getan habe … Ich bezweifele auch, dass es da für mich eine alles umfassende treibende Kraft gab. Vielleicht habe ich einfach immer das gemacht, was in einer bestimmten Lebensphase für mich selbst wichtig war.
Der Berufswunsch „Ärztin“ entsprang dem Ideal, nicht nur irgendeinen Job zu machen, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe zu finden und dabei „etwas mit Menschen“ oder besser gesagt für Menschen zu machen. Der Arztberuf war für mich der Inbegriff für diese Ziele. Leider habe ich das nicht genug hinterfragt. Heute finde ich, dass man in vielen Berufen und Bereichen seine ganz eigene Aufgabe finden kann.
Die Ausbildung zur Stillberaterin ergab sich wieder aus einer neuen Lebenssituation: Ich hatte zwei kleine Kinder und habe mein Leben „auf Familie eingestellt“. Die Ausbildung habe ich erstens deshalb gemacht, weil ich die Ziele der La Leche Liga gut fand und selbst sehr von der Stillberatung profitiert habe – und zweitens, weil mir zeitweilig schlicht die Decke auf den Kopf gefallen ist. Ich habe das Herauskommen aus meinen vier Wänden genossen und das Stillwissen geradezu aufgesogen.
Zur Palliativmedizin bin ich durch das Schreiben gekommen und natürlich auch dadurch, dass ich in der allgemeinmedizinischen Praxis oft schwer kranke Menschen betreut haben. Verantwortungsvolles Arztsein bedeutet doch immer, sich mit den Menschen auseinanderzusetzen, die man begleitet. Dazu gehört eben auch die Auseinandersetzung mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod. Insofern ist Palliativmedizin eigentlich auch gar keine für sich stehende Fachdisziplin, sondern eine fächerübergreifende Tätigkeit.
Wenn ich nun doch eine „treibende Kraft“ benennen sollte, würde ich sagen: Es war die Suche nach Aufgaben, die zu mir passen und mich betreffen und bei denen ich auch etwas an andere weitergeben kann.
• Welchen Stellenwert hatten Bücher in Ihrem eigenen Leben, welches Genre bevorzugten Sie ganz persönlich?
Bücher hatten für mich immer einen wichtigen Stellenwert. Als Kind habe ich jede Woche Stapel aus der Bücherei abgeschleppt und kreuz und quer alles gelesen, was mir in die Hände kam.
Ich bin überzeugt, dass ich von Büchern beeinflusst worden bin – leider nicht nur positiv, wenn ich an die „Pucki“-Bände meiner Mutter denke. Da habe ich ein ganz altertümliches Rollenbild von Männern und Frauen mitgenommen. Immerhin hat es mich aber schon als Kind geärgert, dass in vielen Büchern nur Männer und Jungs spannende Abenteuer erleben durften, während die Mädchen und Frauen dazu da waren, von ihnen gerettet zu werden. Unter anderem deshalb hat mein erstes Buch eine weibliche Hauptperson, die ganz viele Abenteuer besteht.
Heute lese ich weniger als als Kind, aber dafür gezielter und kritischer. Ihre Frage nach meinem bevorzugten Genre finde ich am schwierigsten zu beantworten. Vielleicht kann ich es so sagen: Ich lese gern Entwicklungsromane oder ganz allgemein Bücher, in denen sich die Hauptpersonen mit Problemen ihrer Zeit und Gesellschaft bzw. eigenen Lebensproblemen auseinandersetzen. Abenteuergeschichten und Fantasy lese ich auch gern, aber nur, wenn es dabei um mehr geht als um Action.
Was ich nicht mag: Thriller, Mystery und Esoterik. Darum mache ich einen großen Bogen. Krimis lese ich auch kaum, weil ich hinterher oft das Gefühl habe, damit meine Zeit verschwendet zu haben. Mit historischen (Frauen-)Romanen geht es mir ähnlich. Aber vielleicht habe ich bisher auch nur die falschen Bücher dieses Genres erwischt.
• Gibt es weitere Buchprojekte und zu welchen Gelegenheiten entstehen diese Ideen in ihrem Kopf?
Ich wäre froh, wenn ich das wüsste. Augenblicklich habe ich mehrere grobe Ideen – aber keine davon fesselt mich so sehr, dass ich mich wirklich hinsetze und schreibe. Bisher gibt es dazu nur einige Überlegungen und Stichpunkte – aber leider fehlt mir die echte Begeisterung.
Meinen drei Büchern ist gemeinsam, dass mein Ausgangspunkt jeweils Personen waren, deren Charakter und (erdachtes) Leben mich gefesselt haben. Insbesondere hat mich dabei die Frage nach persönlicher Veränderung und Weiterentwicklung bewegt. Die Geschichte drumherum hat sich dann fast wie von selbst entwickelt. Wie das genau funktioniert, ist schwer zu sagen. Es ist so ein Gemisch aus Intuition und rationaler Überlegung. Wie gesagt wäre ich froh, wenn ich eine neue Idee aus dem Ärmel schütteln könnte …
• Sie sind eine vielseitig interessierte und beschäftigte Frau, wie man ihrer Homepage www.ursulawolter.de entnehmen kann. Halten Sie sich bestimmte Zeiten des Tages oder der Woche frei, um zu schreiben?
Meine schriftstellerische Arbeitszeit sind die Vormittage, wenn die Kinder in der Schule sind. In dieser Zeit mache ich alles, was im weitesten Sinn mit dem Schreiben zu tun hat, also auch z.B. das Organisieren von vorbereiten von Lesungen, Knüpfen von Kontakten, Beantworten von Interviewfragen … Ich habe aber keine festgesetzte Zeit, in der ich so und so lange an einem Buch oder einer Geschichte arbeite. Manche Autoren machen das so – und ich bewundere sie für ihren Einfallsreichtum und ihre Disziplin. Ich habe das auch versucht, aber bei mir kommt irgendwie nichts Gutes dabei heraus.
• Ihren Erzählstil kennzeichnet die authentische Vermittelung von Gefühlen. Fällt es Ihnen leicht, diese Empfindungen beim Schreiben zu unterbrechen, um sie dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen?
Wenn ich richtig am Schreiben bin, dann ärgere ich mich über jede Unterbrechung. Ich kann nur schwer vom Schreiben abschalten und mache in Gedanken ständig weiter – was mein Familienleben phasenweise ziemlich strapaziert hat. Ich bin auf diese Weise einmal von Salzgitter nach Goslar gefahren, obwohl ich eigentlich auf halber Strecke eine Freundin besuchen wollte, und habe ein andermal einen Apfelkuchen drei Stunden lang gebacken, bis mir plötzlich so ein verbrannter Geruch in die Nase stieg.
Das Wiederaufnehmen des Fadens war dementsprechend nie ein Problem. Vermutlich habe ich ihn während meiner intensiven Schreibphasen nie richtig abgelegt.
• Sie haben zwei Jugendromane geschrieben, die märchenhafte Geschichten aus der Drachenstadt erzählen. Wie kamen sie zu dieser Thematik?
Meine Kinder haben mich darauf gebracht. Sie hatten damals ein Lieblingsspiel: „Drache schlüpft aus dem Ei“. Ich sollte immer mitspielen und so tun, als ob ich ein Ei finde – und dann musste ich das Ei „ausbrüten“ und ganz erstaunt tun, wenn meine Tochter oder mein Sohn „ausschlüpften“: „Oh, wie niiiiiiiedlich! Wer bist du denn?! Ein kleiner Drache!“ Irgendwann hatte ich das so satt, dass ich gesagt habe: „Ich spiele jetzt nur noch mit, wenn ich auch mal was Besonderes sein darf. Ich bin jetzt ein Drachenmädchen, das aus einem Findelei geschlüpft ist.“ Damit hatte ich, ohne es zu ahnen, die Hauptperson meines ersten Buches erfunden, nämlich das Drachenmädchen Timona. Meine Kinder und ich haben höchstens eine Viertelstunde lang gespielt, dass ich das Drachenmädchen wäre – aber in meinem Kopf ging die Geschichte weiter: Timona ist auf der Suche nach ihren Eltern. Was erlebt sie auf ihrem weiten Weg vom Witterwald in die Drachenstadt? Was findet sie über ihre Herkunft und über sich selbst heraus? Wie verändert sie sich? Die Geschichte hat sich verselbständigt, und irgendwann habe ich begonnen, sie aufzuschreiben.
Ich glaube, Timona durfte damals, als ich für die Facharztprüfung gelernt habe und mich dabei einerseits in einer beruflichen Orientierungsphase und andererseits auch wie in einer Sackgasse fühlte, die Abenteuer erleben, die ich mir selbst gerade nicht leisten konnte. Es war daher vielleicht auch eine Flucht in eine literarische Welt, in der man sein Ziel und seine Aufgaben noch finden kann, indem man sich einfach auf den Weg macht und losgeht, unbefangen und frei. Das ist aber meine nachträgliche Deutung. Und nebenbei bemerkt ist Timonas Welt bei aller Fantasie eine sehr realistische und der unseren nicht unähnlich.
• Lesen Ihre beiden Kinder Ihre Bücher? Wie reagierten sie darauf?
Meine Tochter Christina hat die Entstehung von Timona kapitelweise mitverfolgt und war mir eine wichtige Kritikerin. Sie hat viele Bilder gemalt und einige Pflanzen und Tiere aus Timonas Welt erfunden, die ich zum Teil aufgenommen habe. Mein Sohn Matthias war damals noch zu jung für das Buch, aber er hat viel durch unsere Gespräche mitbekommen. Er hat den Dunkelwolf erfunden, dem Timona auf ihrem Weg begegnet. Als „Timona“ veröffentlicht war, hat Christina es gleich noch einmal gelesen. Mein Mann hat es Matthias vorgelesen.
Als ich intensiv am Schreiben war, hatte ich immer Angst, die Kinder zu vernachlässigen. Ich glaube aber, dass es ihnen nicht geschadet hat und dass sie jetzt auch stolz darauf sind, eine Mutter zu haben, die „echte Bücher“ schreibt.
• Ein Held der Drachenbücher ist weiblich, einer männlich, hat das zufällig etwas mit den Geschlechtern ihrer beiden Kinder zu tun, sozusagen im Sinne der Gleichberechtigung?
Mir ist das seltsamerweise erst im Nachhinein aufgefallen! Timona „musste“ weiblich sein, weil ich gern vermitteln wollte, dass auch Mädchen Abenteuer erleben und bestehen können. Der Drache Meris ist wiederum aus dem Timona-Buch „entsprungen“. Timona lernt ihn kennen, und zu diesem Zweck habe ich ihm – zunächst nur für mich selbst – eine Lebensgeschichte gegeben. Diese wiederum hat mich so gefesselt, dass er schließlich ein eigenes Buch brauchte. Es ist also eher Zufall, dass das zweite Buch eine männliche Hauptperson bekommen hat. Aber nun finde ich es auch deshalb gut, weil ich gern auch Jungs als Leser ansprechen möchte.
• Die Suche nach einem Verlag gestaltet sich ja oftmals wesentlich schwieriger, als das Verfassen eines Buches selbst. Wie lange dauerte Ihr Weg, einen Verleger zu finden für Ihr erstes Werk?
Ich habe sieben Monate lang einen Verlag gesucht. Mir erschien diese Zeitspanne irrsinnig lang – obwohl ich schon damals wusste, wie schwierig es ist und dass viele Manuskripte nach jahrelanger vergeblicher Verlagssuche in der Schublade landen.
An den Georg Olms Verlag bin ich gekommen, nachdem ich von einem Freund erfahren hatte, dass es dort eine neue Kinderbuchreihe geben sollte. Ich habe das Manuskript vorbeigebracht – und hatte das große Glück, dass die Lektorin, die es in die Hände bekam, von Timonas Geschichte begeistert war. Als „Timona“ gut lief, hat sich mein Verleger entschlossen, „Meris“ auch noch zu nehmen. An den Verlag für „Wohin die Wolken ziehen“ (Drömer-Knaur) bin ich über eine Literaturagentur gekommen.
• Sie haben belletristische Werke geschrieben sowohl für Jugendliche, als auch für Erwachsene. Zeichnet sich mittlerweile eine gewisse Vorliebe für eine Zielgruppe ab?
Ich mache beides gern. Innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur wird meine bevorzugte Zielgruppe wahrscheinlich am ehesten wieder die Gruppe der etwa Zehn- bis Dreizehnjährigen sein. In diesem Alter können Kinder einerseits schon viel verstehen und sind offen und begeisterungsfähig für alle möglichen „Lebensthemen“, und andererseits sind sie aber noch nicht so von der Pubertät zerfetzt, dass sie überkritisch alles ablehnen, was von Erwachsenen kommt.
Die Lesungen und dabei insbesondere das Gespräch mit den Kindern empfinde ich als sehr bereichernd. Schon allein deshalb würde ich gern noch weitere Bücher für diese Altersgruppe schreiben. Außerdem kann man solche Bücher auch als Familienbücher gut gemeinsam lesen. Die Erwachsenen nehmen dabei ganz sicher andere Gedanken und Ideen mit als die Kinder – aber alles haben etwas davon. Lesungen, in denen Kinder und Erwachsene gemeinsam sitzen, mache ich besonders gern.
• Gibt es bestimmte Themen, die Ihnen am Herzen liegen, die Sie gerne noch in Worte und Geschichten einbetten möchten, jedoch noch ohne eine konkrete Vorstellung von einem Plot zu haben?
Ja. Da gibt es viel – und deshalb hoffe ich, dass ich eines Tages wieder richtig schreiben werde. Im Grunde sind es meine eigenen Lebensthemen, aus denen ich gern Geschichten und Bücher machen würde: Gedanken, Erfahrungen, die mir selbst wichtig geworden sind. Zum einen geht es da um „Selbstfindung“, Veränderung, Weiterentwicklung … aber nicht im stillen Kämmerlein, sondern durch Begegnungen mit anderen Menschen, Freundschaften, Aneinander-Reiben, Sich-Auseinandersetzen. Das ist natürlich als Thema ziemlich unkonkret – aber ich denke, dass es wiederum in viele Bereiche hineinspielt. Konkretere Themen sind Gott und Glaube, ökologische Themen, die Frage, wie man in unserer globalisierten und komplizierten Welt verantwortungsvoll leben kann, „Alternativmedizin und Esoterik“ (kritisch betrachtet!!), Gesundheit (nicht: „warum wird jemand krank?“ sondern: „warum bleibt jemand gesund?!“) – und die unsäglichen Zustände in deutschen Krankenhäusern (oder überhaupt im Gesundheitswesen).
Ich freue mich auf weitere Bücher aus Ihrer Feder, Ursula Wolter, vielen Dank für das Interview!
Und ich danke Ihnen für Ihr Interesse! Für mich war es gut, Ihre Fragen zu beantworten. Sowas trägt ja auch zur Selbstklärung bei.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende wünscht euch
Andromache
andromache - 17. Apr, 16:34
Hallo alle zusammen!
Kerstin Dirks zieht es in die Highlands
Wir verlosen 2 Romane "Leidenschaft in de Highlands".
Wer mitmachen möchte, schreibt bitte bis zum
08.04.09 eine E-mail an ladyslit@web.de, in der Betreffzeile ist der Titel anzugeben. Und vergesst nicht eure Adresse!
Die Berliner Autorin Kerstin Dirks haben wir Euch ja schon vorgestellt. Nach ihrem letzten Roman „Die Wolfsängerin“ (Sieben Verlag), wechselt sie mit ihrer Neuerscheinung „Leidenschaft in den Highlands“ (Ullstein Verlag) in ein anderes Setting, das ihr jedoch ebenso gut liegt.
Auch in dieser Geschichte bleibt sie den mutigen Frauen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, treu. Avery MacBaine lautet der Name ihrer Heldin in „Leidenschaft in den Highlands“. Sie ist eine von drei Töchtern von William MacBaine, dem Chief eines schottischen Clans. Ein Sohn war dem Mann nicht vergönnt. Und da sich Avery als ausgezeichnete Kämpferin erweist, beschließt William kurzerhand, seine Tochter zu trainieren und als seine Nachfolgerin auszubilden. Doch nach dem Tod ihres Vaters, verlangt es Avery einiges an Durchsetzungsvermögen ab, ihren Anspruch als neuer Chief auch zu erhalten. Es gelingt ihr, mithilfe eines Kompromisses, doch wird sie schon kurz darauf bei einer Schlacht von den Männern der verfeindeten MacCallens gefangen genommen.
Der als grausam geltende Chief Ewan MacCallen behält Avery bei sich. Nicht als Gefangene. Vielmehr ist er von ihrer Kampfkunst und ihrem klugen Geist beeindruckt. Er bringt sie dazu, seine Trainingspartnerin zu werden – gar, sich von ihm unterrichten zu lassen. So dauert es nicht lange, bis Avery sich von seinem ganz und gar nicht grausamen Wesen immer mehr angezogen fühlt. Doch während die Chiefs sich einander annähern, schmieden die anderen Männer beider Clans bereits Pläne für einen alles entscheidenden Kampf.
In dieser Geschichte steckt die „Leidenschaft“ nicht nur im Titel, sondern auch deutlich spürbar zwischen den Zeilen. Kerstin Dirks schreibt flüssig und lebendig. Sie blüht in ihrer Erzählung regelrecht auf. Sie lässt uns mit Avery fühlen und hoffen und neben der unbändigen Kampfeslust auch endlich die Liebe finden.
Eine schöne Liebesgeschichte über ein gleichberechtigtes Paar, eingebettet in die wunderbar-raue Kulisse der Highlands.
Die Rezension wurde von Emilia geschrieben.
Kerstin Dirks
Leidenschaft in den Highlands
Ullstein Verlag, März 2009
ISBN: 978-3-548-26994-8
Wir drücken euch die Daumen und wünschen euch ein erholsames Wochenende.
Viele Grüße
Andromache
andromache - 4. Apr, 08:13
Hallo alle zusammen,
wir starten ein Special, in dem wir AutorInnen vorstellen, die entweder am Anfang ihrer literarischen Karriere stehen oder denen es nicht auf Trends ankommt, sondern etwas veröffentlichen wollen, was ihnen besonders am Herzen liegt, gleichgültig ob in einem Verlag oder in Eigenregie.
Derer existieren viele, aber wir denken, dass es auch unter ihnen viele interessante Persönlichkeiten und Themen gibt, die es lohnt vorzustellen.
Wir starten mit der sympathischen Autorin
Heidrun Böhm. In einem Interview könnt ihr mehr über sie erfahren, und wir bieten eine ihrer Kurzgeschichten als Bonbon in Form einer doc.-Datei an, die ihr im Text folgt!
Heidi Böhms Text in der folgenden Datei:
Psychologie-fuer-Anfaenger-Heidrun-Musser (doc, 28 KB)
Zur Person von Heidrun Böhm:
Heidrun Böhm war Mitglied der Autorengruppe "Zimmerer". Sie gründete u.a. einen Selbstverlag, begab sich auf zahlreiche Lesereisen und veröffentlichte diverse Anthologien.
Interview:
1.)Wo verbirgt sich der Motor Ihrer Geschichten? Gibt es Alltagssituationen, die Sie zum Schreiben animieren?
HB: Alltagssituationen gibt es viele. Ein Spaziergang, der Besuch in einem Lokal, oder eine Reise, bei der man neue Eindrücke aufnehmen und andere Menschen kennen lernen kann. Manchmal ist es auch der Besuch der Verwandtschaft, oder es sind die fünf Minuten die man an der Haltestelle auf den Bus wartet. Es kann auch ein Telefongespräch mit der Freundin sein, oder das kleine Mädchen, das auf einem Bein durch den Schnee hüpft. Seit einiger Zeit ist es auch der monatliche Besuch beim Autorenkreis „Little Pen“, wo ich Mitglied bin.
2.)In welchem Genre schreiben sie am Liebsten, und warum?
HB:Frauenromane, Kurzgeschichten, Gedichte, Satire
Weil es mir am Besten liegt. Manchmal möchte ich die Umwelt von einer anderen Seite, d.h. satirisch und kritisch sehen. Manchmal aber auch poetisch. Das hängt von der Stimmung ab.
3.)Haben Sie eine Lieblingsautorin, b.z.w. einen Lieblingsautor?
HB:Nicht nur eine(n), mehrere. Da wären z.B. Doris Lessing, Marie Luise Kaschnitz, Julia Frank, Marianne Fredriksson, lese aber auch gerne historische Romane, z.B. v. Sabine Weigand.
Bei den Herren ist Hans Fallada für mich immer noch die Nummer eins, obwohl es natürlich auch viele neuere gute Schriftsteller gibt. T:C: Boyle, oder Stephen King, passt zwar nicht zusammen, aber ich lese beide sehr gerne.
4.)Gibt es einen Platz an dem Sie am liebsten schreiben?
HB:Ja, den gibt es. Ich hab in meinem Haus ein eigenes kleines Zimmer in dem mein Schreibtisch, und die ganzen Ordner mit den Texten unserer früheren Autorengruppe stehen. Außerdem gibt es hier Regale mit unseren Büchern, und natürlich mit einer ganzen Menge anderer Bücher, auch Bücher zum Thema „Schreiben“. An den Wänden habe ich Bilder, und meine „Lieblingssprüche“ aufgehängt. Zum Beispiel: „Je mehr man sich vergisst, desto besser erinnern sich die Anderen....
5.)An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell? Gibt es anstehende Publikationen?
HB:Aktuell arbeite ich an meinem „immer noch nicht fertigen Roman“, wie ich ihn bei mir selbst nenne. Er heißt: „Der Duft der Maiglöckchen“ und soll ein Roman von einer Frau für Frauen sein. Er beschreibt das Leben einer Frau, die in engen konservativen Verhältnissen lebt, und ausbricht. Mehr kann ich im Moment noch nicht verraten, denn meine Protagonistin entwickelt zur Zeit eigenwillige Züge, mit denen ich mich auseinandersetzen muss.
Publikationen: 1989: Anthologie „Haus der Erinnerungen“ v.d. Autorengruppe Zimmerer, sechs Beiträge. 15 Beiträge in der Anthologie „Im Spiegel der Zeit“ v.d. Autorengruppe Zimmerer. 1986: Theodor Greiner Literaturpreis der Stadt Reutlingen für die beste Kurzgeschichte.
Neueste: Sechs Beiträge in dem Buch: „Was eine Frau bei der Partnersuche erleben kann“ von Marion Ramona Glettner aus Aschersleben. Dann gibt es noch eine Autorin, die Beiträge für ein Buch zu dem Thema: Du bist nicht mehr meine Freundin“ gesucht hat. Daran habe ich mich auch beteiligt. Mal sehen, ob es als Buch erscheint. Außerdem habe ich auf vielen Internetseiten veröffentlicht, mache das regelmäßig, und beteilige mich an Schreibwettbewerben. Auf twoday.net habe ich einen Blog, dort können auch meine, und die Geschichten unserer Autorengruppe gelesen werden. Außerdem gibt es dort noch eine eifrige „Mitschreiberin“ die sehr gute Texte verfasst. (https://boehmmusser.twoday.net/)
Besucht den Blog von Heidrun, wo ihr noch mehr über sie und ihr Wirken erfahren könnt.
Viele Grüße
Andromache
andromache - 1. Apr, 17:58
Hallo alle zusammen,
pünktlich zum Wochenende gibt es wieder unseren Buchtipp! Bei dem Schmuddelwetter draußen gibt es doch nichts Schöneres als sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und ein tolles Buch zu lesen, oder? Vielleicht noch eine Tasse Tee oder Kaffee und der trübe Nachmittag ist gerettet.
Unsere Rezensentin Ingeborg hat für euch ein Buch gelesen, das sie begeistert hat. Für alle Histo-Fans ein Muss!
Wir stellen euch
"Die Sünderin von Siena" von Brigitte Riebe, erschienen im Diana Verlag vor.
Rezension:
Heilige und Scheinheilige, machtgierige Politiker, Willkür, Obsessionen, Liebende und rätselhafte Kindermorde beleben das Bild, das Brigitte Riebe in ihrem Roman "Die Sünderin von Siena" zeichnet. Die promovierte Historikerin führt uns in das Jahr 1368. Sie verdichtet fiktive und reale Ereignisse der toskanischen Stadt um den berühmten muschelförmigen Campo zu einem düster glimmenden Gemälde aus dem hin und wieder prächtige Farben aufleuchten.
Als die Kaufmannstochter Gemma ihren gewalttätigen Mann verläßt, trifft sie die Witwe Lina, die eine Gruppe von Waisenkindern aufzieht. Doch um Lina webt ein Geheimnis, dessen Entdeckung die Mächtigen der Stadt fürchten und mit aller Macht zu verhindern suchen. Ein gierig-eifernder Wanderprediger mit seinen diebischen "Engeln" bringt Unruhe und Unsicherheit unter die Bürger. Mit heuchlerischer Unnachgiebigkeit wird die "Sünde ohne Namen", die Homosexualität, verfolgt. Der Maler Matteo findet in Gemma das ideale Modell für seine Madonnendarstellung in der Kapelle Santa Maria della Scala. Und beide fühlen sich stark zueinander hingezogen. Mysteriöse Kindermorde bringen Mamma Lina und Gemma in Verdacht. Die sich kasteiende Caterina Benincasa, die Heilige von Siena, erhebt ihre warnende Stimme. Gemmas Ehemann trachtet ihr nach dem Leben. Überall lauert Gefahr und Verrat.
Aber die Autorin hält die vielfältigen Handlungsstränge um Gemma Santini straff und übersichtlich. Nie ist der Leser in Gefahr, den Überblick zu verlieren. Mit sprachlicher Solidität führt sie den Leser in die Welt des ausgehenden Mittelalters. Aus der ständig gegenwärtigen Bedrohung durch Standesregeln oder Willkür ergibt sich die Spannung, die das Buch über 500 Seiten aufrecht erhält. Ein Anhang hilft dem geschichtlich Interessierten, sich zwischen "Dichtung und Wahrheit" zu orientieren. Empfehlenswert für jeden Fan historischer Romane.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
wünscht euch
Andromache
andromache - 27. Mär, 18:11
Hallo alle zusammen,
nach der Leipziger Buchmesse melden wir uns nun wieder mit neuen Infos und Buchtipps zurück.
Heute stellen wir euch "Der letzte Harem", ein Roman von Peter Prange vor, der im Droemer-Knaur Verlag 2008 erschienen ist.
Wir verlosen wieder 2 Exemplare. Dafür möchten wir dem Verlag herzlich danken.
Sendet bitte bei Interesse eine E-mail, wie gewohnt an ladyslit@web.de, in der Betreffzeile der Titel, bis zum
21.03.2009. Und vergesst nicht eure Adresse anzugeben!
Hier die Rezension unserer Rezensentin Ingeborg zum Roman:
Peter Prange "Der letzte Harem"
In seinem Roman "Der letzte Harem" entführt Peter Prange den Leser in die geheimnisvolle Welt des Orients zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Konstantinopel, dem Schauplatz des Geschehens, mischen sich Völker, Kulturen, Religionen. Im Harem des letzten Sultans leben die Freundinnen Fatima und Elisa.
Fatima wird die Favoritin des Sultans und ihre Freundin Elisa verliebt sich in den deutschen Arzt Felix Möbius. Während das Leben im Palast des Sultans den Zauber aus Tausend und einer Nacht entfaltet, laufen Verrat, Intrigen und Machtkämpfe im Hintergrund, die zum Sturz des Sultans und zur Auflösung seines Harems führen. Damit erfahren auch die Schicksale der beiden Freundinnen eine dramatische Wende.
Packend und einfühlsam sind die Ereignisse geschildert: farbenprächtig, waffenklirrend, dramatisch und in leisen Tönen. Der Autor versteht es, reale Geschichte und Romanhandlung so zu verweben, daß die historischen Ereignisse deutlich nachvollziehbar sind, ohne die spannende Handlung damit zu überfrachten. Er schildert das bunte, aber auch unbarmherzige Leben - ausgesprochen lesenswert!
Wir drücken euch die Daumen!
Viele Grüße
Andromache
andromache - 18. Mär, 19:58