Liebe LeserInnen,
heute möchten wir euch die
Autorin Andrea Wölk vorstellen, die auch gleichzeitig Verlegerin des jungen
Oldigor Verlages ist. Doch zunächst möchten wir euch ihre beiden Romane vorstellen, die es natürlich wieder zu gewinnen gibt.
Wer an der Verlosung teilnehmen will, der schreibt bitte bis zum
15.10.2011 eine E-Mail an ladyslit@web.de mit dem richtigen Lösungswort, das in der Betreffzeile stehen muss. Und vergesst nicht eure Adresse anzugeben! Wir dürcken allen ganz fest die Daumen.
Bevor wir euch die Bücher und den Verlag vorstellen, hier die Frage, die es zu beantworten gilt:
Wie heißt Andrea Wölks Verlag?
Bitte habt dafür Verständnis, dass nur die Teilnehmer in die Lostrommel gelangen, die das richtige Lösungswort benannt haben!
Wir haben für euch gelesen:
"Infinitas - Krieger des Glaubens"
Als Channing McArthur in einem Krankenhaus erwacht, ist er plötzlich ein Vampir. Zutiefst bestürzt will er seinem Leben ein Ende bereiten. Da taucht ein Mann namens Shia auf, ebenfalls ein Vampir, der ihm die Umstände seines Todes erklärt und ihm gleichzeitig mitteilt, dass er es gewesen ist, der ihn in ein Geschöpf der Finsternis gewandelt hat.
Der völlig verwirrte Channing folgt Shia und lernt durch ihn eine Vereinigung von Vampiren kennen, die sich als Krieger des Glaubens bezeichnen. Als wäre das nicht genug, sollen die mit seiner Wandlung einhergehenden Tattoos auf Channings Körper ihn laut einer Legende als etwas Besonderes ausweisen. Sein „ewiges Leben“ soll fortan nur einer Frau gehören und das ist Sara, Shias Zwillingsschwester.
Die Autorin wandelt mit Infinitas nicht auf den Spuren der allgemein herrschenden Fantasy-Romance Welle, in der von starken Helden und ebenso starken Heldinnen erzählt wird. Channing ist ein Mann, an dem noch auch als Vampir sehr viel Menschlichkeit mit allen Schwächen haftet. Nebencharaktere sind gut gezeichnet und die Story wird spannend erzählt. Andrea Wölk hat in ihrem Roman eine neue Vampirwelt erschaffen, gängige Eigenschaften der Geschöpfe mit neuen, interessanten Merkmalen verbunden. Ihr Stil ist flüssig und metapherreich, ohne übertrieben zu wirken und lässt beim Lesen schnell die Zeit vergessen.
Ein sehr schöner Roman, der auf einen Folgeband hoffen lässt.
"Der den Regen schenkt"
Amber Maguire hat vor vierzehn Jahren ihr Zuhause in Olympia, State Washington im Streit verlassen und kehrt nun nach vielen Jahren, zur Beerdigung ihrer Mutter zurück. Aber hier trifft sie nicht nur auf alte Freunde, sondern auch auf Hayden, den sie am Abend des Schulballs versetzt hat und ihr nun nicht mehr gut gesonnen scheint. Und wie immer geht Amber ihrem ersten Impuls nach und will vor allen Problemen flüchten. Aber so schnell, wie Amber es sich vorgestellt hat, kommt sie doch nicht von ihrem Zuhause los, um ihr altes Leben als Reisefotografin fortzusetzen. Zum einem findet Amber Briefe, die ihre Mutter Cathrin für sie hinterlassen hat und die Amber immer tiefer in das Leben ihrer Mutter eintauchen lassen, um zu verstehen, wie und warum Cathrin gehandelt und gelebt hat. Zum anderen flammen alte Gefühle für Hayden wieder auf, die lange vergraben, aber nie ganz vergessen waren. Doch kann Amber die langen Schatten ihrer Vergangenheit hinter sich lassen und Vertrauen in eine neue Liebe und ein neues Leben setzen? Die Briefe ihrer Mutter sollen ihr dabei helfen, doch hier kommt ihr ein fürchterlicher Verdacht, der ihrem Glück im Wege steht. Sind die Narben auf ihrer Seele doch zu tief, um einen Neuanfang zu zulassen?
Als die Reisefotografin Amber Maguire unverhofft ihre alte Heimat Olympia, in der Nähe von Seattle, aufsuchen muss, um ihre Mutter zu beerdigen, wird sie gleich vor mehrere Probleme gestellt. Sie hat keine guten Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, wurde sie von ihrer Mutter doch stets in ausufernder Weise beschützt. So kam es immer wieder zum Streit und führte schließlich dazu, dass Amber am Abend ihres Abschlussballes von Zuhause ausriss und erst anlässlich der Beerdigung wieder zurückkehrt.
Das örtliche Diner ist Ambers erster Anlaufpunkt bei ihrer Rückkehr. Dort trifft sie allerdings nicht nur auf ihre damalige Freundin Kayley, sondern auch auf Hayden – denjenigen, der sie zum Abschlussball eingeladen hatte. Zuerst scheint er immer noch sauer, dass sie ihn damals versetzt und sich nie wieder gemeldet hat. Im Verlauf der Geschichte erfährt der Leser jedoch von weitaus tieferen Gründen, die Hayden zu seiner abweisenden Haltung bewegen. Es beginnt eine Phase, in der Amber und Hayden praktisch um einander herum schleichen und sich gegenseitig ganz neu kennen lernen. Aber als wäre dieses Gefühlschaos nicht genug, muss Amber sich auch noch um ihren Job kümmern. Ihr Chef Ethan will sie dazu überreden, mit ihr einen Bildband über Seattle zu produzieren. Das würde jedoch bedeuten, dass Amber mehr Zeit in ihrer alten Heimat verbringen müsste, als ursprünglich geplant. Das Tüpfelchen auf dem I bilden die Briefe der verstorbenen Mutter, die Amber findet und zu lesen beginnt.
Andrea Wölk lässt den Leser tief in die Hoffnungen, Zweifel und Wünsche ihrer Figuren eintauchen. Sie erzählt über Amber in Ich-Form, vermischt mit Passagen aus der Sicht von Hayden und den Briefen der verstorbenen Mutter. Auf diese Weise bietet sie ein breites Gefühlsspektrum. Dramatische Situationen hingegen sind hier nur unterschwellig zu finden. Vor allem Fans von romantischen Liebesromanen kommen hier auf ihre Kosten.
Zum Interview:
Fragen an Sie als Autorin
1. Ihre Romantitel „Der den Regen schenkt“ oder bspw. „Krieger des Glaubens“ könnten Assoziationen wecken in Bezug auf besondere Mächte, die im Hintergrund eine Rolle spielen. Inwiefern trifft diese These auf Sie selbst zu?
Titel und Cover sind mir sehr wichtig. Sie sind der erste Eindruck eines Buches und besitzen sehr viel Macht. Meine eigene, besondere Macht, die mich antreibt heißt: „Spannung“. Auch wenn ich keine Thriller schreibe, ist es mir doch besonders wichtig, den Leser in Spannung zu versetzen, ihn dazu zu verführen, wissen zu wollen, wie geht es weiter mit der Geschichte. Und die Reaktionen meiner Leser geben mir Nahrung, denn oft höre ich Sätze wie: „Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen …“ oder „Wann kommt das nächste Buch, ich möchte gerne wissen, wie es weitergeht …“
2. Wie und wann produzieren Sie Ihre Romanideen? Wie lange nehmen Sie sich Zeit für die Entwicklung des fertigen Plots und wie viel für das Schreiben eines kompletten Romans?
Die Entwicklung eines Romans, ist bei mir etwas unorthodox. Zwar habe ich eine Idee im Kopf, aber es ist nur ein Bruchteil der Gesichte, oft nur der Titel eines Buches. Dann erstellte ich als erstes ein Musiktrailer aus Bildern (teilweise eigene, teilweise von Bildagenturen), von dem ich mich zu einer Geschichte inspirieren lasse (den stelle ich dann bei Youtube ein). Dieser Trailer ist der eigentliche Plot. Die Geschichte kommt während des Schreibens. Wenn ich ein Roman beginne, habe ich noch kein Ende im Kopf. Ich lasse mich während des Schreibens treiben und wundere mich selbst, wohin mich die Geschichte treibt. Ganz wichtig sind dabei Hilfsmittel, wie Musik (ich schreibe grundsätzlich mit Filmmusik im Hintergrund) und auch Maps (ich schaue mir im Internet die Schauplätz genau an, ich danke Gott für Google-Map!)
Mein Roman „Der den Regen schenkt“ habe ich zum größten Teil dem Sommerurlaub 2009 (zwei Wochen Nordsee) fertiggestellt. Aber es geht natürlich nicht immer so schnell. Im Durchschnitt benötige ich ein halbes bis dreiviertel Jahr für einen Roman.
3. Gibt es Orte, Umstände oder Zeiten, die auf Sie besonders inspirierend wirken und in denen Ihnen das Schreiben besonders leicht fällt?
Ein Buch zu schreiben bedeutet eine Menge Disziplin. Ich bin ein Büromensch und setze mich wie viele Menschen, die morgens zur Arbeit gehen, nachdem ich meine 6 Kinder versorgt und in Schule und Kindergarten untergebracht habe, an dem Schreibtisch, erledige meine Post und arbeite dann an meinen Büchern. Selbst wenn mir mal nichts einfällt was ich schreiben könnte, gibt es immer etwas woran man arbeiten kann, ob es Recherche ist, oder die Covergestaltung, und so finde ich ganz oft den „Roten Faden“ zum Buch zurück.
4. Ihre Bücher erscheinen auch als kindle-Books. Welchen Weg nimmt ein Manuskript/ ein Roman genau, bis es als Kindle-book auf dem Markt erscheinen kann?
Ich habe das Glück, mit einem Schreibprogramm zu arbeiten, dass mir eine Epub-Datei erstellt, die man für ein eBook braucht. Das Manuskript muss nur ein wenig bearbeitet werden, z.B. am Anfang das Cover einfügen, aber die Umwandlung macht das Schreibprogramm allein und es sind keine Programmierkenntnisse notwendig, zum Glück. Der Vorteil ist, dass man bei einer elektronischen Datei nicht erst auf den Druck warten muss, das Hochladen bei Amazon und anderen Anbietern dauert nur Sekunden und das Buch ist veröffentlicht.
5. Setzten Sie Testleser, bzw. Berater aus Ihrer Umgebung ein, um die eigenen Romantexte kritisch prüfen zu lassen?
Ein guter Lektor ist in meinen Augen das wichtigste an einem Verlag. Es geht ja nicht nur um Fehlersuche, sondern das Lektorat beinhaltet so viele wichtige Dinge. Wer an einem Lektor spart, spart m.E. an der falschen Stelle. Ich habe das große Glück, mit einer tollen Lektorin zusammen zu arbeiten, die auch für große Verlage lektoriert.
Bei den Testlesern setze ich auf Menschen aus meinem Umkreis, die gerne und viel Leser, denn sie spiegeln die Meinung des Lesers wider und das sind nun mal die Menschen, für die ich meine Bücher schreibe.
Fragen an Sie als Verlegerin
1. Sie sind das Wagnis eingegangen, einen eigenen Verlag namens „Oldigor“ zu gründen! Taten Sie dies im Alleingang oder steckt hinter dem Projekt ein Team? Wie eigentlich ist der Verlagsname entstanden?
Der Oldidor Verlag ist wohl eher als Familienunternehmen zu sehen. Der größte Teil der Arbeit wird zwar von mir erledigt, aber mein Mann steht mir als gelernter Logistiker hilfreich zur Seite und dass meine Tochter eine Ausbildung zur „gestaltungstechnischen Assistentin“ absolviert, passt auch gut ins Konzept. Der Name ist eine Idee meiner sechsjährigen Tochter, da meine Kinder vorschlugen, ich sollte doch mal einen Roman für Kinder schreiben. Als ich fragte wie dieser denn heißen soll, gab sie zur Antwort: Die drei Oldigors! (Sie hat einen ausgesprochenen Fable für Fantasynamen) Daraus ist dann der Name des Verlags entstanden.
2. Gab es spezielle Auslöser, die diese Entscheidung in Ihnen reifen ließen und zum Entschluss brachten?
Die Idee eines eigenen Verlags ging mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich habe 26 Jahre als Steuerfachangestellte täglich Unternehmern aus den verschiedensten Branchen dabei geholfen, ihre Gewerbe aufzubauen, da bekommt man seine eigenen Vorstellungen, wie ein Unternehmen zu führen ist. So reifte in mir die Vorstellung, wie ich einen Verlag führen würde und setzte ihn in die Tat um.
3. In welcher Form bereiteten Sie sich auf diese doch nicht einfache Tätigkeit als Verlegerin vor? Gab/gibt es Kooperationen bzw. Erfahrungsaustausch mit anderen Kleinverlagen, aufschlussreiche Recherchebanken, geheime Tipps aus irgendwelchen Verlegertrickkisten?
Ich habe mich erst einmal in der Literatur umgesehen und einige Ratgeber gelesen. Denn auch hier gibt „Lesen bildet“ und man lernt nie aus. Besonders das Buch „Miniverlag“ von Manfred Plinke hat mir sehr geholfen. Nach Verlagsgründung habe ich einige sehr nette Kontakte über Facebook zu anderen Kleinverlagen knüpfen können. Wir tauschen uns regelmäßig aus und stehen uns bei schwierigen Fragen zur Seite. Das ist sehr angenehm und der Konkurrenzkampf ist nicht so groß, wie unter den „Großen“.
4. Wird Oldigor ein vorwiegend online lebender Verlag sein oder werden Sie auf Buchmessen mit eigenen Ständen vertreten sein?
Mit dem Verlag beabsichtigen wir auf jeden Fall nicht nur virtuell, sondern auch körperlich in Erscheinung zu sein. Allerdings macht es keinen Sinn, mit zwei Bücher auf einem eigenen Stand, an einer Buchmesse teilzunehmen. Aber ein Anfang ist gemacht. Unser Buch „Infinitas-Krieger des Glaubens“ wird auf dem Sammelstand für Klein- und Selbstverlage ausgestellt. Auch haben wir gerade eine neue Autorin im Verlag aufgenommen und 2012 kommen weitere hinzu, daher ist es unser Ziel 2013, in Leipzig, mit einem eigenen Stand auszustellen, vielleicht zusammen mit einem befreundeten Kleinverlag.
5. Wie darf man sich Ihre Suche nach geeigneten neuen Stoffen vorstellen? Nach welchen Kriterien gehen Sie bei Ihrer Autorenauswahl/Manuskriptauswahl vor?
Die Kriterien entsprechend nicht unbedingt meinem eigenen Geschmack, sie müssen eher zum Angebot des Verlags passen. Wir haben diesen etwas eingegrenzt. Im Vordergrund stehen Fantasy, Thriller/Krimi, Jugend- und natürlich Frauenliteratur. Das heißt nicht, dass wir andere Themen nicht mögen, aber sie würden den Rahmen sprengen. In weiter Zukunft können die Themen auch wechseln, da muss ein Verlag flexibel sein.
Nach einer von mir getroffenen Vorauswahl, wird das Manuskript von zwei Testlesern (u.a. meiner Lektorin) geprüft und wir treffen dann gemeinsam eine Entscheidung. Leider können wir im Moment nur eine ganz kleine Auswahl aufnehmen. Daher begründen sich unsere Absagen meistens auf der Kapazität des Verlages, als auf dem Stoff des eingereichten Werkes.
6. Einen Verlag zu gründen ist die eine Sache. Eine andere - nicht zu unterschätzende- ist die Sache des Vertriebs. Wie gedenken Sie, der Vertriebsproblematik erfolgreich entgegen zu treten?
Ein wichtiger Teil des Vertriebs stellt das Barsortiment da. Für ein Buch ist es wichtig, dort gelistet zu sein, um sicherzustellen, dass das Buch auch schnell lieferbar ist. Der Oldigor Verlag hat das Glück, mit großen Zwischenhändlern, wie Libri, Umbreit, Amazon ect. Zusammenzuarbeiten und somit eine Lieferung „über Nacht“ sichergestellt ist.
Da der Oldigor bisher eine überschaubare Menge an Büchern anbietet, stellt der eigene Vertrieb noch kein Problem dar. Bestellte Bücher verlassen fast immer am gleichen Tag das Haus, damit der Leser nicht lange warten muss. Sobald sich das Angebot erhöht, gibt es Logistikfirmen, die diesen Teil der Arbeit gerne übernehmen werden.
Vielen Dank für das sympathische Interview, liebe Andrea Wölk. Lady`s Lit wünscht Ihnen viel Erfolg für all Ihre aktuellen sowie künftigen Projekte!
Ich bedanke mich auch vielmals für das Interview und die sehr interessanten Fragen, und wünsche auch Lady's Lit weiterhin viel Erfolg!
Viele Grüße,
Andromache
andromache - 9. Okt, 19:15